Sächsische Winzerbetriebe gründen Schutzgemeinschaft

Das Deut­sche Wein­ge­setz steht vor einer gro­ßen Ver­än­de­rung: Zukünf­tig wird es nicht mehr wie bis­her vor allem auf den Zucker­ge­halt der Trau­ben wäh­rend der Wein­le­se (z. B. Spät­le­se, Aus­le­se, Bee­ren­aus­le­se), son­dern vor­ran­gig auf die regio­na­le Her­kunft der Trau­ben aus den ver­schie­de­nen Wein­bau­ge­bie­ten sowie Wein­ber­gen die­ser ein­zel­nen Regio­nen ankom­men. Das ent­spre­chen­de „roma­ni­sche Sys­tem“ besteht bereits seit Jahr­zehn­ten in ande­ren Wein­re­gio­nen wie Frank­reich, Spa­ni­en oder Ita­li­en, soll nun zukünf­tig auch für den deut­schen Wein und damit auch für die Wei­ne aus Sach­sen gel­ten. Dazu müs­sen in den ein­zel­nen Wein­re­gio­nen Deutsch­lands neue Qua­li­täts­merk­ma­le und Para­me­ter für die ein­zel­nen Anbau­ge­biet sowie Wein­bergs­la­gen defi­niert wer­den. Dafür sind soge­nann­te Schutz­ge­mein­schaf­ten in den jewei­li­gen Wein­re­gio­nen verantwortlich.

Weintrauben
Wein­trau­ben

Die säch­si­schen Win­ze­rin­nen und Win­zer haben in Zusam­men­ar­beit mit dem Wein­bau­ver­band Sach­sen e.V. im Som­mer die­sen Jah­res im Rah­men einer Mit­glie­der­ver­samm­lung auf Schloss Wacker­b­arth die­se not­wen­di­ge Schutz­ge­mein­schaft für das Wein­land Sach­sen gegründet.

Die kon­sti­tu­ie­ren­de Sit­zung der dazu­ge­hö­ri­gen Ver­tre­ter­ver­samm­lung fand Anfang Novem­ber am Ort der Wie­ge des säch­si­schen Wei­nes, im Wein­gut Hoflöß­nitz in Rade­beul, statt. Ein beson­de­rer und his­to­ri­scher Moment, fin­det Felix Hößel­barth, Kel­ler­meis­ter der Hoflöß­nitz und stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­de des Wein­bau­ver­ban­des Sachsen.

Zu den Ver­tre­tern der neu gegrün­de­ten Schutz­ge­mein­schaft für den säch­si­schen Wein gehö­ren ins­ge­samt neun Win­ze­rin­nen und Win­zer, die das Anbau­ge­biet Sach­sen in sei­ner Struk­tur reprä­sen­tie­ren: gro­ße, mit­tel­stän­di­ge und klei­ne Wein­gü­ter sowie die Wein­bau­ge­mein­schaf­ten und Traubenerzeuger.

Mit Felix Hößel­barth als Vor­sit­zen­den hat die Schutz­ge­mein­schaft Sach­sen einen erfah­re­nen Oeno­lo­gen an Ihrer Spit­ze, der die Geschi­cke gut len­ken wird, ist sich Frank Neu­pold, Vor­sit­zen­der des Wein­bau­ver­ban­des, sicher.

Nun wird dar­an gefeilt, wie sich die Vor­stel­lun­gen, Ansprü­che und Erwar­tun­gen der säch­si­schen Win­ze­rin­nen und Win­zer mit der neu­en deut­schen Geset­zes­la­ge zum Wein­recht ver­ei­nen las­sen. Die nächs­te Sit­zung ist für April 2021 geplant.