Hauptstraße (Dresden)

Dresdens barocker Boulevard in der Neustadt

Die Hauptstraße zählt zu den bekanntesten Flanier- und Einkaufsstraßen Dresdens. Sie verbindet den Goldenen Reiter mit dem Albertplatz und führt dabei an der Dreikönigskirche, historischen Barockbauten sowie zahlreichen Geschäften, Cafés und Restaurants vorbei. Mit ihrer großzügigen Anlage, den breiten Fußwegen und der lebendigen Atmosphäre ist sie bis heute ein beliebter Ort zum Bummeln, Verweilen und Entdecken.

Kurzer Hauptstraßenrückblick

Ein Blick in die Geschichte der Hauptstraße

Nach dem verheerenden Brand von 1685, bei dem Altendresden fast vollständig zerstört wurde, begann unter Kurfürst Johann Georg III. der Wiederaufbau des Stadtteils. Als August der Starke die Regierung übernahm, war erst ein kleiner Teil der aufwendigen Arbeiten vollendet. Er beauftragte unter anderem Matthäus Daniel Pöppelmann mit der weiteren Umsetzung der Pläne. Die endgültige Vollendung erfolgte schließlich unter Friedrich August II.

Die Hauptstraße entstand als schnurgerade, repräsentative Allee. Charakteristisch ist ihre besondere Anlage: In Richtung Elbufer wird sie zunehmend breiter, wodurch vom Albertplatz aus der Eindruck eines durchgehend offenen Boulevards entsteht. Auch die Bebauung war streng geregelt. Vorgaben zu Geschosshöhen, Gebäudeanzahl und den typischen „himmeloffenen Höfen“ prägten das Erscheinungsbild. Diese barocken Hofanlagen sind teilweise bis heute erhalten und vor allem an der Königstraße und in den Barockbauten der Hauptstraße noch erkennbar.

Zerstörung und Neugestaltung

Im Zweiten Weltkrieg wurde die historische Bausubstanz an der Hauptstraße fast vollständig zerstört. In den folgenden Jahrzehnten entstand die Allee in neuer Form. 1979 wurde sie als großzügig angelegter Boulevard des DDR-Städtebaus wieder eröffnet.

Bis heute wurden viele Gebäude entlang der Hauptstraße umfassend saniert. Dazu zählen sowohl die Wohnbauten aus der Nachkriegszeit als auch die erhaltenen historischen Bürgerhäuser in den Hausnummern 9 bis 19. Auch die Markthalle ist ein beliebter Anziehungspunkt und lädt zum Stöbern, Einkaufen und Verweilen ein.

Ein Spaziergang über die von alten Platanen gesäumte Hauptstraße gehört daher zu den lohnenden Eindrücken eines Dresden-Besuchs.

Kügelgenhaus – Museum der Dresdner Romantik

Das heutige Kügelgenhaus in der Hauptstraße 13 gehört zu den bedeutenden historischen Bürgerhäusern Dresdens. Wilhelm von Kügelgen beschrieb das Gebäude in seinen „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“ als eines der schönsten Häuser an der damaligen Neustädter Allee. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts war es ein Treffpunkt für Künstler, Gelehrte und bedeutende Persönlichkeiten seiner Zeit.

Auffällig ist bis heute die goldene Inschrift am Giebel: „An Gottes Segen ist alles gelegen“. Das Gebäude, das einst von dem Maler Gerhard von Kügelgen und seiner Familie bewohnt wurde, zählt zu den letzten erhaltenen Dresdner Bürgerhäusern der Barockzeit.

Heute befindet sich hier das Museum der Dresdner Romantik, das an das kulturelle Leben dieser Epoche erinnert und einen Einblick in das Wirken der Künstlerfamilie Kügelgen bietet.

Hauptstraße (Dresden)

Kunsthandwerkerpassagen
01097 Dresden

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