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Wenn die Schlossinsel zum Zauberwald wird…

©Miri­am Schubert

„Ich hab‘ Euch schon vor Jah­ren kom­men sehen!“ – Der Satz, mit dem Wahr­sa­ge­rin Gwen­d­o­lyn die Gäs­te der Lüb­bener Kahn­nacht begrüß­te, brach­te es auf den Punkt: Lan­ge hat­ten die 1.000 Gäs­te auf ihre Kahn­nacht war­ten müs­sen. Am 16. Juli nun konn­te es end­lich über die Natur­büh­ne der Lüb­bener Schlos­s­in­sel gehen.

Die 59. Aus­ga­be im 25. Jahr der Lüb­bener Kahn­näch­te stand unter dem The­ma „Zau­ber­wald“. Viel­far­big beleuch­te­te Spree­ufer, geheim­nis­voll rascheln­de Baum­kro­nen, Schat­ten von lei­se schnat­tern­den Enten, leich­te Nebel und das sich in der Däm­me­rung stän­dig ändern­de Abend­licht über den Flie­ßen boten eine zau­ber­haf­te Kulis­se für die­sen Abend.

In die­se mys­tisch-roman­ti­sche Stim­mung setz­ten die Künst­ler des Abends schil­lern­de Tup­fer: ob der mehr­fach aus­ge­zeich­ne­te Come­di­an und Zau­be­rer Mar­co Brü­ser („Quatsch Come­dy Club“) mit sei­nen Seiltricks aus dem Hut, der Magi­er Ben Koppatz mit sei­nen Tricks, die pas­sen­der­wei­se aus weni­gen Fla­schen immer mehr wer­den lie­ßen („Egal, wie­viel Sie getankt haben, mit uns sau­fen Sie ab!“), oder der Magi­er Lukas Aey, der auch mal eine klei­ne Strom­pan­ne mit ver­blüf­fen­den Tricks und Mit­mach-Aktio­nen zu über­spie­len wuss­te – sie alle mach­ten dem Mot­to des Abends alle Ehre.

Dazwi­schen setz­ten der Bra­si­lia­ner Mario Maria­no und sei­ne Tän­ze­rin­nen, die mit ihren wei­ßen Feder­flü­geln eins wur­den mit den Lati­no-Schwin­gun­gen des ganz in Weiß geklei­de­ten Sän­gers, die Kings Pipers (u.a. von der Band Cor­vus Corax) mit Dudel­sack und Trom­mel sowie der­ben Sprü­chen („Was trägt der Schot­te denn wirk­lich unterm Rock?“) und schließ­lich die Ufer­he­xe Nam­ji­ra mit ihrem Feu­er­tanz und LED-Schlei­er mit­rei­ßen­de Show-Akzente.

Neben so vie­len gro­ßen Namen aus der Comedy‑, Magi­er- und Musik­welt sorg­ten die bei­den ein­hei­mi­schen Künst­ler Frank Sel­bitz und Vera Städ­ter für ganz beson­de­re Über­ra­schun­gen: Sie waren in ganz neue Rol­len geschlüpft. Frank Sel­bitz, sonst als Lüb­bener Nacht­wäch­ter bekannt, glänz­te als Drui­de aus dem Kos­mos von Aste­rix und Obelix. Die fri­vo­len Lob­prei­sun­gen sei­nes Potenz­ge­tränks pro­vo­zier­ten zahl­rei­che Lacher und wei­te­re Sprü­che aus den Käh­nen. Vera Städ­ter gab als Wahr­sa­ge­rin Gwen­d­o­lyn nicht min­der anzüg­li­che Aus­bli­cke in die Zukunft der Kahn­gäs­te preis. Pfif­fig parier­te sie die Kon­ter aus Rich­tung Kahn und flocht so man­chen der­ben Spree­wäl­der Spruch oder Witz ein.

Alle Sta­tio­nen waren mit viel Lie­be zum Detail deko­riert und beleuch­tet – bis hin zum Tro­cken­eis, das den Brau­kes­sel des Drui­den wirk­lich erschie­nen ließ, oder den Gur­ken, die die Zukunft vor­her­sa­gen soll­ten und schließ­lich dem mit der Wahr­heit Beglück­ten zum Kos­ten über­ge­ben wur­den. Die auf­wän­di­gen Deko­ra­tio­nen und Ufer­be­leuch­tun­gen lie­ßen die acht klei­nen Kunst­wer­ke zu einem zau­ber­haft-fan­tas­ti­schen Gesamt­werk verschmelzen.

Die logis­tisch-tech­ni­sche Rea­li­sie­rung des Abends sei ent­spre­chend auf­wän­dig, sagt der künst­le­ri­sche Lei­ter Wolf­ram Korr. In Char­gen zu je drei Käh­nen in 16 Run­den wur­den die tau­send Gäs­te von Büh­ne zu Büh­ne gestakt. Da gel­te es, minu­ten­ge­nau zu spie­len, um kei­ne Staus zu pro­du­zie­ren, so Wolf­ram Korr. Die Pla­nun­gen ging fast immer auf, und am Ende stie­gen ver­zau­ber­te Gäs­te aus den Kähnen.

Als „wie­der sehr schön“ beschreibt eine Rei­se­grup­pe aus Weiß­was­ser / Nies­ky ihren Ein­druck. Eini­ge waren bereits zum 5. Mal dabei, ande­re zum ers­ten Mal. Die stim­mi­ge Mischung des Pro­gramms und der abend­li­che Spree­wald mach­ten den beson­de­ren Reiz aus. Dies genoss die Rei­se­grup­pe, die sich auf drei Käh­nen ver­teilt hat­te, sicht­lich: Zwi­schen­durch wur­den sogar noch Trink­lie­der angestimmt.

„Es ist die 59. Kahn­nacht – und man sieht: Es war eine gute Idee damals“, ist sich Wolf­ram Korr sicher. Er und das Team der ver­an­stal­ten­den Tou­ris­mus, Kul­tur und Stadt­mar­ke­ting Lüb­ben (Spree­wald) GmbH tüf­teln nun schon am Kon­zept für die 60. Kahn­nacht am 15. Juli 2023. Dabei durf­ten sich die Besu­cher der dies­jäh­ri­gen Kahn­nacht über einen Fra­ge­bo­gen mit einbringen.

Wer woll­te, konn­te den Abend am Tou­ris­ti­schen Zen­trum beim Tanz aus­klin­gen las­sen. Dort hat­ten sich bereits vie­le Par­ty­gän­ger ein­ge­fun­den, die kei­ne Kar­ten für die Kahn­nacht mehr bekom­men hat­ten, und trotz­dem ein wenig Kahn­nacht-Flair schnup­pern woll­ten. Auf dass es nächs­tes Jahr mit den Kar­ten klappe.

Inter­net: www.luebben.de/tourismus