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GRAF LUDO – Spielgrafikpreis

Die schönsten Spiele 2022: 

Glow und Krake beim Schneider erhalten den GRAF LUDO

Auf der modell-hob­by-spiel kön­nen die Spie­le aus­gie­big getes­tet wer­den. „Kra­ke beim Schnei­der“ (Kate­go­rie „Schöns­te Kin­der­spiel­gra­fik“) und „Glow“ (Kate­go­rie „Schöns­te Fami­li­en­spiel­gra­fik“) sind die Gewin­ner des GRAF LUDO 2022. Das hat die Leip­zi­ger Mes­se heu­te im Rah­men der Online Expo der Spiele-Offensive.de bekannt gegeben.

Spiel und Spaß

Gewinner und Nominierten in der Kategorie „Schönste Familienspielgrafik“

Gewin­ner in der Kate­go­rie „Schöns­te Familienspielgrafik“

Glow

  • Gra­fi­ker: Ben Bas­so & Vin­cent Dutrait
  • Autor: Céd­rick Chaboussit 
  • Ver­lag: Stroh­mann Games

Jury­be­grün­dung: Die­ses Spiel sticht auf ein­fa­che unge­wöhn­li­che Wei­se aus der Mas­se her­aus: Es ist schwarz-weiß, die Far­be fehlt. Und das ist auch das The­ma des Spiels: Es gilt, das Füchs­lein Poca­na auf sei­ner Rei­se durch die Fins­ter­nis zu beglei­ten. Dabei müs­sen erst die rich­ti­gen Gefähr­ten und dann far­bi­ge Licht­split­ter gefun­den wer­den. Glow ist mutig mit sei­nen schwarz-wei­ßen Illus­tra­tio­nen, die sich sti­lis­tisch und qua­li­ta­tiv an hoch­wer­ti­gen Gra­phic Novels ori­en­tie­ren. Davon set­zen sich die bun­ten Pik­to­gram­me, Spiel­stei­ne und Wür­fel deut­lich ab in die­sem ein­gangs düs­te­ren Spiel, in dem es dar­um geht, der Welt die Far­be zurück­zu­ge­ben. Ins­ge­samt ein beein­dru­ckend kon­se­quent über alle Ele­men­te des Spiels durch­ge­zo­ge­nes Gra­fik­de­sign und des­halb ein wür­di­ger Preisträger.

Canvas (war auch Nominierten)

  • Gra­fi­ker: Luan Huynh
  • Autoren: Andrew Ner­ger & Jef­frey Chin
  • Verlag/Vertrieb: rebel/Asmodee

Jury­be­grün­dung: Bil­der ent­ste­hen las­sen, ganz ohne Apps, Kli­cken und Wischen. Bei Can­vas tre­ten die bis zu fünf Spie­ler als Künst­ler eines Wett­be­werbs an. Dafür wer­den trans­pa­ren­te Kunst­kar­ten mit ver­schie­de­nen Moti­ven und Farb­ele­men­ten gesam­melt und über­ein­an­der­ge­legt. So ent­ste­hen indi­vi­du­el­le Kunst­wer­ke, die auf­grund der auf den Kar­ten eben­falls auf­ge­druck­ten Sym­bo­le am Ende eine Bewer­tung zulas­sen. Die Spiel­ele­men­te und eine Spiel­mat­te aus Stoff – die ein wenig an eine Lein­wand erin­nert – las­sen einen fast in die Welt Van Goghs & Co ein­tau­chen. Ein schö­nes, krea­ti­ves und im posi­ti­ven Sin­ne lang­sa­mes Spiel, bei dem man kei­ne Sor­ge haben muss, dass Far­be aus­läuft oder die Tisch­de­cke schmut­zig wird. Die Ver­pa­ckung wur­de so kon­zi­piert ist, dass das gan­ze Spiel sozu­sa­gen als Kunst­werk an die Wand gehängt wer­den kann, was die GRAF-LUDO-Jury eben­falls beein­druckt hat.

Meadow – Im Reich der Natur (war auch Nominierten)

  • Gra­fi­ke­rin: Karo­li­na Kijak
  • Autor:  Kle­mens Kalicki
  • Verlag/Vertrieb: rebel/Asmodee

Jury­be­grün­dung:

Tab­a­nus bovi­nus, oder auf Deutsch: die Rin­der­brem­se. Männ­li­che Exem­pla­re sind rei­ne Pflan­zen­fres­ser, weib­li­che haben es manch­mal auch auf unser Blut abge­se­hen. Das kann man, wenn man unbe­dingt will, bei Mea­dow ler­nen, muss es aber kei­nes­wegs. Der Rin­der­brem­se ist eine von 184 Kar­ten gewid­met, die uns sehr natu­ra­lis­tisch und im Stil alter Aqua­rel­le Tie­re, Pflan­zen und Land­schaf­ten vor Augen füh­ren. Die Auf­ga­be ist jeweils, bestimm­te Wech­sel­be­zie­hun­gen zwi­schen Flo­ra und Fau­na her­bei­zu­füh­ren. Auch wenn die Pik­to­gram­me für Vor­aus­set­zun­gen und Eigen­schaf­ten glas­klar gestal­tet sind – mit 184 Kar­ten, wech­seln­den Vor­ga­ben und einem degres­si­vem Aus­wahl­sys­tem pro Run­de zählt Mea­dow zu den anspruchs­vol­le­ren Familienspielen.

Gewinner und Nominierten in der Kategorie „Schönste Kinderspielgrafik“

Gewin­ner in der Kate­go­rie „Schöns­te Kinderspielgrafik“

Krake beim Schneider

  • Gra­fi­ke­rin & Autorin: Nadia Budde
  • Gestal­tung: Anja Manthey
  • Ver­lag: MeterMorphosen

Jury­be­grün­dung: Von der hand­werk­li­chen Mach­art des Näh­käst­chens als Spie­le­schach­tel bis hin zu den tie­risch-lus­ti­gen Tex­ten auf den Kar­ten zeigt das Spiel hohes Niveau und man nimmt es sehr ger­ne in die Hand. Alle Kom­po­nen­ten sind herz­al­ler­liebst gestal­tet und umge­setzt. Obwohl es sich um ein gewöhn­li­ches Memo han­delt, sticht es durch die fröh­li­chen Illus­tra­tio­nen von Nadia Bud­de und die lus­ti­gen Sprü­che aus der Mas­se der Spie­le krea­tiv her­aus. Sich rei­men­de Zwei­zei­ler las­sen vor unse­ren Augen klei­ne Geschich­ten ent­ste­hen und wer kennt das nicht: „Wäsche glatt – Wasch­bär platt“ oder „Ver­pass­ter Flug – Ente im Zug“. Alles an die­sem Aus­flug in die „Näh­stu­be“ macht Freu­de und das bei­lie­gen­de Maß­band – um die klei­nen und gro­ßen Mit­spie­ler zu bema­ßen und zu bespa­ßen – ist das berühm­te Tüp­fel­chen auf dem i.

Affenkuss & Kokosnuss (war auch Nominierten)

  • Gra­fi­ke­rin & Autorin: Clau­dia Stöckl
  • Ver­lag: Logofrosch

Jury­be­grün­dung: Der Affe schließt die Augen, spitzt den Mund und küsst die Schlan­ge auf die Wan­ge. Völ­lig ver­dat­tert blickt sie dar­ob in Rich­tung Spie­ler. Gesichts­aus­druck und vor allem die Mund­mo­to­rik spie­len bei Affen­kuss & Kokos­nuss eine wich­ti­ge Neben­rol­le. Was wir Erwach­se­ne und was unbe­fan­ge­ne Kin­der auf den 24 Kar­ten­pär­chen schlicht als lus­ti­ge und fre­che Gri­mas­sen sehen, kann ganz gezielt auch in der Logo­pä­die ein­ge­setzt wer­den – eine Sei­te in der klei­nen Spiel­an­lei­tung beschreibt die ent­spre­chen­den Übun­gen. Vor­der­grün­dig sor­gen die extra­va­gan­ten Illus­tra­tio­nen jedoch für Spiel­spaß, den sich die Kin­der auch noch aus­su­chen dür­fen: Ein klas­si­sches Memo oder doch lie­ber ein koope­ra­ti­ver oder kom­pe­ti­ti­ver Wett­lauf auf die Spit­ze der Kokospalme?

Unlock! Kids (war auch Nominierten)

  • Gra­fi­ker: Maud Chal­mel & Oli­vi­er Dan­chin & Antoi­ne Bordon
  • Autoren: Cyril Dema­egd & Marie Fort & Wil­fried Fort
  • Verlag/Vertrieb: Space Cow/Asmodee

Jury­be­grün­dung:

Die Vor­ga­be aus der Welt der Fami­li­en- und Erwach­se­nen­spie­le ist hart: Dort hat es die Escape-Spiel-Rei­he Unlock! schon auf mehr als zwei Dut­zend Aus­ga­ben gebracht. Aber funk­tio­niert das Spiel­prin­zip auch schon für 6‑Jährige? Die Autoren von Unlock! Kids laden sie auf sechs Aben­teu­er in drei unter­schied­li­chen Wel­ten ein. Doch ohne gra­fi­sches Ver­steck­spiel, das sich aus den annä­hernd 200 Kar­ten und Plätt­chen ergibt, wären die Autoren mit ihren Rät­seln auf ver­lo­re­nem Pos­ten. Es sind ihr Kön­nen und ihre ganz unter­schied­li­chen illus­tra­to­ri­schen Ansät­ze, die die Geschich­ten zum Leben erwe­cken und zu Ende füh­ren. Apro­pos zu guter Letzt: Die GRAF-LUDO-Jury freut’s, dass die drei Illus­tra­to­rin­nen und Illus­tra­to­ren schon auf der Schach­tel­rück­sei­te pro­mi­nent bei den Bei­spiel­bil­dern gewür­digt wer­den. Das ist lei­der noch kei­ne Selbstverständlichkeit.