Neumarkt und Frauenkirche

Dresdens neue alte Mitte

Kein ande­res Gebäu­de der Stadt steht mit grö­ße­rer Sym­bol­kraft für Dres­den als die wie­der auf­ge­bau­te Frau­en­kir­che, wohl kei­ne ande­re Wei­he wur­de mit grö­ße­rer Emo­tio­na­li­tät began­gen wie die des Wahr­zei­chens im Jahr 2005. Und kein ande­rer Ort in Dres­den hat die Gemü­ter der Bewoh­ner und Gäs­te so berührt wie das Are­al rund um den Neumarkt. 

So ent­stand hier ein neu­es Vier­tel nach his­to­ri­schem Vor­bild, aber durch­aus auch mit moder­nen, sich in die his­to­ri­sche Bau­struk­tur ein­glie­dern­den Elementen.

Die soge­nann­te “gute Stu­be Dres­dens”, von der uns unse­re Groß­el­tern mit einer Fas­zi­na­ti­on erzähl­ten, die unse­re Genera­ti­on wegen der Trist­heit des unbe­bau­ten Plat­zes lan­ge nicht nach­voll­zie­hen konn­te. Eine Fas­zi­na­ti­on, die für uns nun nach­voll­zieh­bar wird. 

Frauenkirche in Dresden

Bemerkenswerter Wiederaufbau

Mit unglaub­li­cher Lie­be zum Detail wur­den die Frau­en­kir­che und die Gebäu­de rings­um neu errich­tet. Da sind bei­spiels­wei­se die für Dresd­ner Bür­ger­häu­ser typi­schen Man­sar­den­dä­cher, oder den Trüm­mern ent­ris­se­ne Orna­men­te, die nun in den Neu­bau­ten inte­griert wur­den und vie­le ande­re Ein­zel­hei­ten, deren voll­stän­di­ge Auf­zäh­lung hier den Rah­men spren­gen wür­de. Las­sen Sie doch ein­fach bei einem Spa­zier­gang mal den Blick schweifen.

Das Kinderfries

Am Erker der Hein­rich-Schütz-Resi­denz wur­de das um 1535 ent­stan­de­ne Kin­der­fries wie­der her­ge­rich­tet. Das Haus erhielt sei­nen Namen von Kom­po­nist Hein­rich Schütz, der im 17. Jahr­hun­dert hier wohn­te. Das Fries wur­de 1945 aus den Trüm­mern geret­tet und zier­te seit 1960 das Geschäfts­haus Gewand­haus­gas­se / Ecke Ring­stra­ße. Nun sind die sand­stei­ner­nen Kin­der an ihren ursprüng­li­chen Bestim­mungs­ort Frau­en­stra­ße / Ecke Neu­markt zurück gekehrt.

Salomonisapotheke

Am Neu­markt / Ecke Land­haus­stra­ße befand sich die Salo­mo­nisapo­the­ke von Fried­rich Adolf Struve – Erfin­der des künst­li­chen Mine­ral­was­sers. Für eini­ge Mona­te arbei­te­te hier auch Theo­dor Fon­ta­ne als Apo­the­ker­ge­sel­le. Das Gebäu­de ent­stand nach altem Vor­bild neu. Die Haus­ecke Land­haus­stra­ße ziert, wie damals, das Abbild des Königs Salo­mon. Hier­bei han­delt es sich aller­dings um eine Kopie. Das aus Trüm­mer­schutt gebor­ge­ne und lan­ge ver­schol­le­ne Ori­gi­nal befin­det sich im Innenbereich.

Köhlersches Haus

Das Gebäu­de Frau­en­gas­se 14 wur­de im 18. Jahr­hun­dert für den Wein­berg­be­sit­zer und Wein­händ­ler Johann Köh­ler erbaut. Köh­ler wohn­te hier und hat­te selbst einen Wein­aus­schank im Haus. Es zier­te ein reich deko­rier­tes Por­tal, das die Arbeit im Wein­berg ver­sinn­bild­lich­te. Die Figur in der Mit­te hat einen Kopf mit zwei Gesich­tern. Er stellt Herbst und Ern­te­zeit (alter Mann) auf der lin­ken Sei­te sowie Früh­jahr und Aus­saat (jun­ge Frau) auf der rech­ten Sei­te dar. Der größ­te Teil des Por­tals muss­te neu gestal­tet wer­den. Aber auch hier konn­ten erhal­te­ne Stü­cke mit ein­ge­ar­bei­tet wer­den. Sehr schön: die­se Stü­cke sind farb­lich anders gestal­tet und somit für den Betrach­ter erkennbar.

Der Krellbrunnen

ist benannt nach dem kur­fürst­lich-säch­si­schen Kanz­ler Niko­laus Krell – spru­delt heu­te An der Frau­en­kir­che 16/17 im Innen­hof. Einst hat­te er in der Moritz­stra­ße sein zu Hau­se. Vom Ori­gi­nal waren die Reli­ef­plat­ten erhal­ten, die auf­wän­dig rekon­stru­iert wur­den. Das Was­ser­be­cken wur­de nach his­to­ri­schem Vor­bild neu gebaut. Niko­laus Krell war Kanz­ler unter Kur­fürst Chris­ti­an I. von Sach­sen. Als Anhän­ger des soge­nann­ten Cal­vi­nis­mus wur­de er nach jah­re­lan­ger Fes­tungs­haft auf König­stein im Jahr 1601 auf dem Neu­markt hingerichtet.

Erkerrelief Rampische Straße 1

1716/17 wur­de das reprä­sen­ta­ti­ve Eck­haus mit den über zwei Geschos­se rei­chen­den Erker erbaut. Die zahl­rei­chen Stuck­or­na­men­te wur­den wie­der neu ange­fer­tigt. Außer eines: Das gro­ße sand­stei­ner­ne Frau­en­kopf­mo­tiv unter­halb des Bal­kons ist eben­falls ein ori­gi­nal erhal­te­nes Schmuck­ele­ment. An den Sei­ten wur­de es der Fas­sa­de ange­passt. Die Zeit bis zu sei­ner Rück­kehr an die Fas­sa­de über­dau­er­te das wert­vol­le Stück im Durch­gang Neu­städ­ter Markt zur Rähnitzgasse.

Ein Bummel über den Neumarkt im Jahr 1927

Im fol­gen­den wird ein Text­aus­zug aus “Woerl´s Rei­se­hand­bü­cher – Dres­den” von 1927 zu einem Spa­zier­gang über den Neu­markt zitiert. Beglei­ten wir den Autor gedank­lich über den heu­ti­gen Platz:

“… Durch die Land­haus­stra­ße am burg­ar­ti­gen, mit Rund­tür­men geschmü­cken … Haupt­po­li­zei-Amt … vor­bei nach dem Neu­markt. Hier fällt zunächst die gewal­ti­ge Kup­pel der Frau­en­kir­che … auf, eines mäch­ti­gen Domes groß­ar­ti­ger Wir­kung. Die Kir­che wur­de 1726 – 1738 von Bähr erbaut und ist ein Meis­ter­werk feu­er­fes­ten Kir­chen­bau­es. Bei der Beschie­ßung im Jah­re 1760 bewähr­te sich Bährs Werk aufs glän­zends­te; die Kugeln prall­ten ohn­mäch­tig am Stein­pan­zer der gewal­ti­gen Kup­pel ab. Von der 95 m hohen Later­ne herr­li­cher Über­blick über Stadt und Umge­bung. … Vor der Frau­en­kir­che steht das am 31 . Okto­ber 1885 ent­hüll­te Luther­denk­mal …; fer­ner in der Nähe das zum Andenken an den 1854 auf einer Rei­se durch Tirol ver­un­glück­ten König Fried­rich August II. im Jah­re 1866 errich­te­te Stand­bild … Hin­ter der Frau­en­kir­che das Cosel­sche Palais aus dem 18. Jahrh., mit reiz­vol­ler Hof­an­la­ge. Ecke der Frau­en­stra­ße ein aus dem 16. Jahrh. stam­men­der Erker …, Frau­en­stra­ße Nr. 14 schö­nes Por­tal mit reli­ef­ar­ti­gen, auf den Wein­bau hin­wei­sen­den Ver­zie­run­gen … An der Nord­sei­te des Neu­mark­tes steht das Muse­um Johan­ne­um …, das 1586 – 1588 erbaut wor­den ist … Die Außen­sei­te des “lan­gen Stal­les”, nach der Augus­tus­stra­ße zu, war von 1876 bis 1906 mit dem von W. Walt­her aus­ge­führ­ten Sgraf­fito­fries “Fürs­ten­zug”, alle Wet­ti­ner von Kon­rad dem Gro­ßen bis König Georg dar­stel­lend, geziert; infol­ge der Beschä­di­gung der Wand­ma­le­rei durch Wit­te­rungs­ein­flüs­se wur­de die­se ent­fernt und durch eine Erneue­rung auf Meiß­ner Por­zel­lan­flie­sen ersetzt. …”

Neumarkt und Frauenkirche

Neumarkt
01067 Dresden

Ähnliche Orte in der Nähe

Frauenkirche in Dresden

Neumarkt und Frauenkirche

Frauenkirche in Dresden

Frauenkirche Dresden

Sächsische Dampfschiffahrt

Sächsische Dampfschifffahrt

Verkehrsmuseum Dresden

Verkehrsmuseum

Stallhof in Dresden

Stallhof (Dresden)

Dresdner Altstadt

Brühlsche Terrasse

Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Dresdner Residenzschloss

Veranstaltungen in der Nähe

Frauenkirche in Dresden

Trompeten- und Jagdhornkonzerte

Flottenparade

Flottenparade in Dresden

Flottenparade

Abdampfen mit dem Schiff

Elbschlösser vom Dampfer

Stadtfahrt zu Wasser

Dixieland Festival

INTERNATIONALES DIXIELAND FESTIVAL

Dresdner Striezelmarkt

587. Dresdner Striezelmarkt

Stadtfest Dresden

Brunnen am Albertplatz

Tag des offenen Denkmals