Die „Grüne Lunge“ von Dresden
Der Große Garten zählt zu den beliebtesten Parkanlagen Dresdens und wird nicht ohne Grund oft als grüne Lunge der Stadt bezeichnet. An warmen Tagen ist er ein idealer Ort, um auf den weitläufigen Wiesen zu entspannen, zu picknicken, Sport zu treiben oder durch die langen Alleen zu spazieren. Zugleich verbindet die Anlage Natur, Erholung, Kunst und Geschichte auf besondere Weise.



Das barocke Palais mit seinem Teich, kunstvolle Skulpturen, alte Baumgruppen und sorgfältig gestaltete Wege machen den Park zu einem attraktiven Ziel für ganz unterschiedliche Interessen. Wer botanische Vielfalt schätzt, findet hier ebenso reizvolle Eindrücke wie Besucherinnen und Besucher, die historische Gartenkunst erleben möchten. Auch Familien zieht es in den Großen Garten, nicht zuletzt wegen der Parkeisenbahn, des Sonnenhäusels und des Zoos am Rand der Anlage.
August der Starke und der Große Garten
Die Geschichte des Großen Gartens reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Nachdem Flächen zwischen Strehlen, Gruna und der Pirnaischen Vorstadt erworben worden waren, entstand ab 1678 zunächst ein Lustgarten. Unter August dem Starken wurde die Anlage deutlich erweitert und zu einem repräsentativen Ort für höfische Feste ausgebaut. In dieser Zeit entstanden unter anderem der Palaisteich und zahlreiche künstlerische Ausstattungen. Ab 1814 wurde der Park erneut umgestaltet und entwickelte sich zu einem Volkspark mit Elementen englischer Gartenkunst, ohne seine barocken Strukturen ganz aufzugeben.
Eine weitere wichtige Phase begann in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Unter Carl Friedrich Bouché entstanden der Neuteich und der Carolasee, an dem 1895 das Carolaschlösschen eröffnet wurde. Bereits 1861 war der Zoologische Garten vom Parkgelände abgetrennt worden, 1893 kam der Botanische Garten hinzu. Mit dem Ausbau des Ausstellungsgeländes am heutigen Straßburger Platz verlor der Große Garten später nochmals an Fläche.
Auch die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs hinterließen im Großen Garten deutliche Spuren. So wurde unter anderem das Palais im Februar 1945 vollständig zerstört. In der DDR-Zeit wurde die Anlage jedoch weiterentwickelt: 1950 nahm die Parkeisenbahn ihren Betrieb auf, 1955 folgte das Puppentheater Sonnenhäusel, und wenige Jahre später entstand mit der Jungen Garde eine Freilichtbühne, die bis heute für Veranstaltungen genutzt wird.




Mosaikbrunnen
Ein besonderer Ort im Großen Garten ist der Mosaikbrunnen nahe der Torwirtschaft und der Hauptallee. Der 1926 von Hans Poelzig entworfene Brunnen war ursprünglich nur für eine Gartenbauausstellung vorgesehen. Da er in Dresden großen Anklang fand, blieb er dauerhaft erhalten. Mit seinen kelchförmigen Kaskaden und den floralen Formen fügt er sich harmonisch in die Parkanlage ein. Nachdem der Brunnen über Jahre verfallen war, wurde er restauriert und bis 1994 saniert. Heute ist er ein stiller, fast versteckter Rückzugsort, an dem das leise Plätschern des Wassers für eine besonders entspannte Atmosphäre sorgt. An Sommerabenden wird der Brunnen zusätzlich stimmungsvoll beleuchtet.


Entnommen mit freundlicher Genehmigung der QAD aus „Historischer Wanderleitfaden – Stadtspaziergänge Dresden“

